Freiheit im Sein

Ein Wunder, dass du das überlebt hast...

Wenn Klienten manchmal von ihrem Schicksal erzählen, gleicht es einem Wunder, dass dieser Mensch bei all dem erlittenen Schmerz, Leid und Verlust überhaupt überlebt hat. Wie hat er es geschafft, nicht verrückt geworden zu sein, nicht vollkommen aufgegeben zu haben oder nicht aus dem Leben gegangen zu sein?

 

Raffinesse des Lebens: Überleben

Es gibt in uns Menschen eine Reihe von intelligenten Überlebensmechanismen. Sie sind es, die uns in fast allen Situationen körperlich, geistig und seelisch überleben lassen – gleichsam einem tief im Menschen verankerten Rettungssystems: Wir verdrängen, wir spalten ab, wir passen an, wir bekommen tausend Antennen für die Bedürfnisse anderer, wir hören auf uns selbst zu spüren, wir werden blind, taub, stumm. Doch unser Herz schlägt weiter, unsere Nieren arbeiten, unser Körper wächst, wir erlernen einen Beruf, wir gründen eine Familie, wir machen sogar Karriere, wir sehen „ganz normal“ aus. Hinzu kommt, dass wir aus unseren Erfahrungen neue Verhaltens- und Reaktionsmuster erlernen und somit prophylaktisch erneuten Schmerz vorwegnehmen können.

 

Emma's Schmerzkörper

Die äußeren Umstände mögen sich ändern. Der ursprüngliche Grund ist schon lange vorbei. Doch haben sich auch unsere früh erlernten Muster geändert? Ein Beispiel: Emma wächst mit einem unberechenbaren alkoholkranken Vater auf. Sie lernt früh, in dauernder Habacht-Stellung zu sein und eigene Bedürfnisse und Gefühle möglichst auszuschalten. Am besten sie verhält sich still, leise und unauffällig.

Emma ist inzwischen erwachsen und hat einige gescheiterte Beziehungen mit hilfsbedürftigen oder gewalttätigen Partnern hinter sich. In Beziehungen mit Männern lebt sie immer noch das Muster des traumatisierten Kindes von einst, obwohl die Gefahr schon über 30 Jahre vorbei ist. Das was ihr damals also das Überleben sicherte, wird jetzt zur Blockade und erschwert ihr Glück in der Partnerschaft. Ihr Schmerzkörper erwacht immer wieder.

 

Emma blickt in sich.

Sie entscheidet sich, genau hinzusehen und sich um ihre Themen zu kümmern - mit Hilfe eines Therapeuten. Sie entscheidet sich für sich selbst. Ihr Therapeut erweckt sanft ihr Bewusstsein und rüttelt an ihrem Verstand. Emma kann erkennen, in welchem alten Muster sie gefangen ist, das ihre Gefühle, Gedanken und Handlungen beeinflusst. Sie ist aufgerufen, zu wählen, womit sie gehen und wofür sie im Leben zur Verfügung stehen möchte. Sie löst sich von allem, was sie nicht länger möchte, was sie unfrei macht und ihrer Selbst beraubt. Emma nimmt ihr Leben in die Hand und verändert unbrauchbare Muster. Aus dem einstigen Überlebensmechanismus wird wahres selbstbestimmtes Leben.

 

„Sie haben Ihren Bestimmungsort erreicht.“

Flüstert Emma’s inneres Navigationssystem ihr ein. Emma hat Mut, Kraft und Entschlossenheit gezeigt. Ihre Liebe kann wieder Raum in ihr finden! Ein Hoch auf ihr Herz, das unendlich ist in seiner Weite und das Platz hat für jedes ihrer Gefühle. Ein Hoch auf ihren Verstand, ohne den sie niemals das Fadenknäuel verwirrter Gefühle und Gedanken entwirren hätte können und der sie in die Klarheit ihrer tiefsten Mitte führt.

Emma ist angekommen. In ihrer Integralen Selbstverbindung. Sie weiß jetzt welche Gefühle in ihr sind und wie sie für sich sorgen kann. Und sie weiß, sich und ihr Eigenes zu schätzen. Sie braucht sich nicht mehr auf „Flugmodus“, also auf unsichtbar und lautlos zu stellen.

 

Integrale Selbstverbindung installiert und schaltet unser inneres Navigationssystem an. Damit wir auf unserem Weg uns selbst nicht verlieren und auch unser wahres inneres Ziel nicht aus den Augen verlieren.